St. Maximin. Plan der Grabungsbefunde
im Bereich von Chor und Außenkrypta;
GDKE, Rheinisches Landesmuseum Trier,
A 1744 (Adolf Neyses).

St. Maximin. Grabinschrift der Boethiola in Fundlage;
GDKE, Rheinisches Landesmuseum Trier,
E 1980_0432 (Adolf Neyses).

St. Maximin.
Grabungsbefunde im nördlichen Seitenschiff;
GDKE, Rheinisches Landesmuseum Trier,
E 1980_432 (Adolf Neyses).

previous arrow
next arrow
Slider

Digitaler Grabungsplan St. Maximin

In Trier for­mier­te sich seit dem spä­ten 3. Jahr­hun­dert die wich­tigs­te Chris­ten­ge­mein­de der römi­schen Nord­west­pro­vin­zen. Ihre Ent­wick­lung ist eng mit der Ent­ste­hung und dem Aus­bau der Kai­ser­re­si­denz in der Mosel­me­tro­po­le ver­bun­den, in deren Wind­schat­ten sie regel­recht boom­te. Neben den aus­ge­dehn­ten Kir­chen­an­la­gen im Bereich von Dom und Lieb­frau­en ist die her­aus­ra­gen­de Bedeu­tung des frü­hen Chris­ten­tums beson­ders an der monu­men­ta­len Begräb­nis­hal­le auf dem nörd­li­chen Grä­ber­feld der Stadt ables­bar, die im Früh­mit­tel­al­ter als Klos­ter­kir­che der Abtei St. Maxi­min fun­gier­te. Die Dimen­sio­nen und Bau­pha­sen der zuletzt etwa 100 x 30 m gro­ßen Coeme­te­ri­al­ba­si­li­ka konn­ten in lang­jäh­ri­gen, von 1978 bis 1990 und 1994/95 durch­ge­führ­ten Aus­gra­bun­gen des Rhei­ni­schen Lan­des­mu­se­ums Trier doku­men­tiert und publi­ziert wer­den. Die Basi­li­ka bot im 4. und 5. Jahr­hun­dert Platz für meh­re­re hun­dert Grä­ber, die zu einem gro­ßen Teil auf zwei Ebe­nen (in eini­gen Berei­chen sogar in drei Lagen) in Sar­ko­pha­gen über­ein­an­der bestat­tet wur­den. Iden­ti­fi­ziert wur­den die Ver­stor­be­nen mit Hil­fe von auf Mar­mor­ta­feln ange­fer­tig­ten Grab­in­schrif­ten, von denen rund 1000 auf­ge­fun­den wurden.

In den letz­ten bei­den Jah­ren ist am Rhei­ni­schen Lan­des­mu­se­um Trier ein zwei­di­men­sio­na­ler CAD-Gesamt­plan der archäo­lo­gi­schen Befun­de unter St. Maxi­min erstellt wor­den. Es ist nun vor­ge­se­hen, die­sen Plan in ein geo­gra­phi­sches Infor­ma­ti­ons­sys­tem zu über­füh­ren und die ihm zugrun­de­lie­gen­den Doku­men­ta­tio­nen zu digi­ta­li­sie­ren. Dies ermög­licht die erst­ma­li­ge direk­te Ver­knüp­fung der Doku­men­ta­ti­on mit der Lagein­for­ma­ti­on des Gesamt­plans. Die­se Daten­ba­sis soll es ermög­li­chen, zusam­men­ge­hö­ri­ge Befun­de dar­zu­stel­len, die exak­te Lage ein­zel­ner Bestat­tun­gen und ihrer Kon­tex­te im Raum zu loka­li­sie­ren, aber auch, die Bestat­tungs­ab­fol­ge zeit­lich und sozi­al dif­fe­ren­ziert dar­zu­stel­len. Neben einer Nut­zung für wis­sen­schaft­li­che Fra­ge­stel­lun­gen soll der Plan didak­ti­sche Funk­tio­nen in der begeh­ba­ren Aus­gra­bung unter St. Maxi­min und in der Dau­er­aus­stel­lung im Muse­um am Dom über­neh­men. Es ist vor­ge­se­hen, den Plan erst­mals in der gro­ßen Lan­des­aus­stel­lung „Der Unter­gang Roms“ 2022 zu präsentieren.

Das Vor­ha­ben stellt ein Pilot­pro­jekt dar. So sol­len auf Grund­la­ge der ent­wi­ckel­ten Daten­bank­struk­tu­ren zukünf­tig im Rah­men des am Rhei­ni­schen Lan­des­mu­se­um und an der Uni­ver­si­tät Trier eta­blier­ten „Ver­bun­des zur Erfor­schung der anti­ken Kai­ser­re­si­denz Trier“ (VaKT) ver­gleich­ba­re Plä­ne öffent­li­cher Bau­ten der spät­rö­mi­schen Metro­po­le erstellt werden.

Status:
in Planung

Leitung:
  • Prof. Dr. Lukas Clemens

Projektbeteiligte:
Karo­lin Kolak
Dr. Johan­nes Stof­fels, FB VI, Geoinformatik
Mar­vin Sefe­ri, GDKE, Rhei­ni­sches Lan­des­mu­se­um Trier

In Kooperation mit:
  • GDKE
  • Museum am Dom, Trier

Fach:
  • Mittelalterliche Geschichte

Kontakt:
clemensl@uni-trier.de