Nachbau eines Prahms durch Prof. Dr. Christoph Schäfer

Papyrusurkunde aus dem Büro eines Dorfschreibers (2. Jh. n. Chr.)
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Corpus der nautisch-maritimen Papyri und Ostraka (CNMPO). Antike Dokumente für die schifffahrtshistorische Forschung und ihre Auswertung für Simulations- und Quantifizierungsmodelle

Das Pro­jekt ver­folgt das Ziel, sämt­li­che papy­ro­lo­gi­schen Quel­len zu erfas­sen, die Infor­ma­tio­nen über Schif­fe, Schiffs­be­sat­zun­gen, Schiffs­aus­rüs­tung sowie Rei­se- und Trans­port­leis­tun­gen im grie­chisch-römi­schen Ägyp­ten bie­ten. Neben pro­so­po­gra­phi­schen und schiff­fahrts­ar­chäo­lo­gi­schen The­men kann eine der­ar­ti­ge Quel­len­zu­sam­men­stel­lung ins­be­son­de­re für die Wirt­schafts­ge­schich­te zahl­rei­che neue Erkennt­nis­se lie­fern. Die Quel­len sol­len zunächst in einem digi­ta­len Cor­pus gesam­melt und hin­sicht­lich ihrer öko­no­mi­schen The­men kom­men­tiert wer­den. Ins­be­son­de­re die für den Nil und die Neben­ka­nä­le zu gewin­nen­den Infor­ma­tio­nen zu Trans­port­zei­ten sol­len unter­sucht wer­den. Basie­rend auf dem Cor­pus erge­ben sich viel­fäl­ti­ge Quan­ti­fi­zie­rungs­mög­lich­kei­ten zum Bin­nen­trans­port sowie zum Fern­han­del. Wich­tig ist, dass neben den ca. 50.000 Papy­ri und Ost­ra­ka nicht nur sämt­li­che Daten zu Fließ­ge­schwin­dig­keit, Nil­stän­den und Kanal­pfle­ge aus den anti­ken Quel­len, son­dern auch Ver­gleichs­ma­te­ri­al aus der ara­bi­schen Über­lie­fe­rung, etwa Ibn Bat­tu­ta, sowie aus den Berich­ten frü­her Ägyp­ten­rei­sen­der, etwa Georg Schwein­furth, berück­sich­tigt wer­den, um ein mög­lichst dich­tes Daten­netz zu erarbeiten.

Im zwei­ten Schritt sol­len in Koope­ra­ti­on mit dem Zen­trum für Infor­ma­ti­ons­mo­del­lie­rung (Aus­tri­an Cent­re for Digi­tal Huma­nities; Uni­ver­si­tät Graz) dyna­mi­sche Simu­la­ti­ons­mo­del­lie­run­gen erar­bei­tet wer­den, die Fahrt­zei­ten und Per­so­nal­ein­satz, sepa­riert nach unter­schied­li­chen Schiffs­grö­ßen, für jeden Kalen­der­mo­nat in Ägyp­ten rekon­stru­ier­bar und in einer Daten­bank abruf­bar machen. Das Quel­len­ma­te­ri­al, wenn es umfas­send zusam­men­ge­stellt und ana­ly­siert ist, bie­tet hier­für eine hin­rei­chen­de Datenmenge.

Für die Geschich­te der ägyp­ti­schen Bin­nen­was­ser­stra­ßen kön­nen so neue Erkennt­nis­se gewon­nen und authen­ti­sche Daten für die Berech­nung von Trans­port- und Kom­mu­ni­ka­ti­ons­zei­ten ermit­telt wer­den. Diver­se Kos­ten (Per­so­nal, Mate­ri­al, Zöl­le etc.) kön­nen dar­auf auf­bau­end eben­falls erschlos­sen werden.

Grund­vor­aus­set­zung für die Model­lie­rung von Simu­la­tio­nen ist die umfas­sen­de Auf­ar­bei­tung sämt­li­cher Quel­len. Bis­her erschöpft sich die For­schung in gro­ben Schät­zun­gen oder pickt ein­zel­ne ‚Rosi­nen‘ aus den Quel­len her­aus, deren Aus­sa­gen über Fahr­zei­ten dann ver­all­ge­mei­nert wer­den. Erst­mals könn­ten mit­tels der Ana­ly­se des Cor­pus und der beglei­ten­den Simu­la­tio­nen quan­ti­fi­zie­ren­de Aus­sa­gen auf eine soli­de kal­ku­la­to­ri­sche Basis gestellt wer­den. Dar­über hin­aus kann auch das rhyth­mi­sche Rei­se- und Trans­port­auf­kom­men inner­halb des land­wirt­schaft­li­chen Jah­res in Ägyp­ten simu­liert werden.

Status:
in Planung

Leitung:
  • Dr. Patrick Reinard

Projektbeteiligte:
Julia Lehn
Peter Johann
Peter Meis

In Kooperation mit:
  • PD Dr. Leif Scheuermann, Universität Graz und das Transmare-Institut Trier

Fach:
  • Alte Geschichte