Abgeordneter der Deutschen Fortschrittspartei 1862, in: Ludolf Parisius: Leopold Freiherr von Hoverbeck. Ein Beitrag zur vaterländischen Geschichte, Bd. 2/1, Berlin 1898, S. 64

Anonyme Handschriftenprobe Foto: Christian Jansen
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Briefe liberaler und demokratischer Politiker in den deutschen Staaten 1848 – 1888

Im 19. Jahr­hun­dert war die Brief­kom­mu­ni­ka­ti­on ein bedeu­ten­des Medi­um der Mei­nungs­bil­dung und ‑äuße­rung. Sie bot im Gegen­satz zu öffent­li­chen Medi­en – etwa Zei­tun­gen – den Vor­teil, kaum der Zen­sur aus­ge­setzt zu sein. So waren Brie­fe das frei­es­te Medi­um des Infor­ma­ti­ons­aus­tauschs, der Mei­nungs- und Theo­rie­bil­dung sowie die Basis trans­na­tio­na­ler, poli­ti­scher und kul­tu­rel­ler Netzwerke.

Brie­fe konn­ten zudem gro­ße Ent­fer­nun­gen über­win­den und ermög­lich­ten inten­si­ven Aus­tausch ohne phy­si­sche Begeg­nung, was in den deut­schen Staa­ten von gro­ßer Bedeu­tung war, fehl­te doch ein poli­ti­sches und geis­ti­ges Zen­trum wie Lon­don oder Paris. So ent­stan­den euro­pa­wei­te Kor­re­spon­denz-Netz­wer­ke, in denen poli­ti­sche Ideen dis­ku­tiert und poli­ti­sche Akti­vi­tä­ten geplant wur­den. Der Aus­tausch über Brie­fe ließ regel­rech­te vir­tu­el­le Salons entstehen.

In Kon­trast zu die­ser gro­ßen Bedeu­tung für die poli­ti­sche Agen­da des 19. Jahr­hun­derts fris­tet die Brief­for­schung ein Schat­ten­da­sein. Viel mehr inter­es­san­te Brie­fe sind bereits ediert, als in der For­schung benutzt wer­den. Oft­mals sind die­se Brie­fe in regio­nal­his­to­ri­schen Zeit­schrif­ten oder als Anhän­ge von Mono­gra­fien erschie­nen, was ihre Auf­find­bar­keit sehr erschwert. Zudem wer­den his­to­ri­sche Mate­ria­li­en, die nicht digi­tal erschlos­sen sind, ins­be­son­de­re von jün­ge­ren Forscher:innen kaum noch benutzt, die die Mühe der Benut­zung von Spe­zi­al­bi­blio­gra­fien scheuen.

Des­halb ent­steht eine Daten­bank, die für edier­te Brie­fe libe­ra­ler und demo­kra­ti­scher Poli­ti­ker aus der nach­re­vo­lu­tio­nä­ren Epo­che der Natio­nal­staats­grün­dung die Namen der Schrei­ber und Emp­fän­ger, Ort und Datum erfasst, sie anhand der GND nor­miert und angibt, in wel­cher Edi­ti­on die­se Brie­fe zu fin­den sind.

Status:
laufend

Leitung:
  • Prof. Dr. Christian Jansen

Projektbeteiligte:
Nico­las Wolf, Ben­ja­min Hach­en­berg, Robin Simonow

Fach:
  • Neuere und neueste Geschichte

Kontakt:
jansen@uni-trier.de